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"Wie gesacht..!"

 

                                                Kölner Stadtanzeiger, 7.8.2006

Was "so" alles bedeuten kann

Carsten Dworak amüsierte Zuhörer

Auf unterhaltsame Weise nahm der Kabarettist die Mängel zwischenmenschlicher Kommunikation aufs Korn

 

Von Thomas Becker

 

Erftstadt-Blessem – Bis vor zehn Minuten sei er noch die Ruhe selbst gewesen; habe zugeschaut, wie Champagner aus feinsten Weintrauben in seinem Glas perlte, und dazu den Duft von Wildragout genossen, der sich in seiner Künstlergarderobe breit machte. Doch dann sei ein Unbekannter hereingeschneit und habe ihn mit Fragen allmählich in Rage gebracht. "Und, schon nervös?" – "Nein." – "Also, ich wäre an deiner Stelle nervös." – "Ach." – "Komisch. Macht mich ganz nervös, dass du nicht nervös bist." Das war zu viel: "Ich habe ihm eins in die Fresse gehauen", erklärte Kabarettist Carsten Dworak auf der Bühne – und eröffnete mit dieser anschaulichen Anekdote sein rund zweistündiges, unterhaltsames Programm "Ich sach mal so".

Zunächst präsentierte sich Dworak als smarter, erfolgreicher junger Herr, der stets und zu allem die passende Antwort bereithielt. Die Krawatte lässig über die Schulter geworfen, das Haar perfekt gekämmt, philosophierte der Kabarettist aus Recklinghausen über fernöstliches Feng-Shui, freie Energieflüsse und Mängel verbaler Kommunikation in allen Begebenheiten des täglichen Lebens. Ob am Ticketschalter der Deutschen Bahn, bei Versprechern von Edmund Stoiber oder Missverständnissen an der Hotelrezeption – stets waren es die kleinen, scheinbar irrelevanten Nuancen und Doppeldeutigkeiten der deutschen Sprache, die Dworak in humorvollen Erzählungen entlarvte.

In der Manier von Spiegel-Kolumnist Bastian Sick reflektierte Dworak zum Beispiel über die Renaissance, die das Wort "so" in letzter Zeit erlebe. Der inflationäre Gebrauch des unscheinbaren Füllworts ersetze mitunter Unterhaltungen in ganzen Sätzen: "Wie isses so?" – "Geht so" – "Ach so." Auch böte sich das universal einsetzbare Wort dazu an, ungeliebte Gäste nach gemeinsamen Abendessen sanft darauf hinzuweisen, sie sollen doch besser nach Hause gehen. Die Ellenbogen aufstützen und ein lang gezogenes "So" genüge dazu oftmals.

Nach der Pause sorgte Dworak durch einen Rollentausch für eine gelungene Überraschung. In grässlich grünem Hemd, auf dem es von Karos und Kreuzchen wimmelte trat er auf die Bühne. Plötzlich war nichts mehr zu spüren vom smarten Herrn, der sich über Sprachverirrungen seiner Mitmenschen amüsierte. Dworak nannte sich jetzt Willi Klutentreter, stockte nach jedem Satz und trat unbeholfen in jedes Fettnäpfchen, das sich ihm auftat, "Mensch, war der Typ eben nervös" – schon nach dem ersten Satz stand fest: Willi war eben jener Eindringling, der wegen seiner sinnlosen aber doch sympathischen Fragen zu Beginn des Programms eins auf die Nase bekommen hatte.

Gerade durch den Kontrast der beiden Figuren sowie durch ein breites Repertoire an Wortwitz und szenischer Umsetzung wusste Dworak sein Publikum im Blessemer Eck im Laufe des Abends ganz für sich einzunehmen.

 

                                            Neue Westfälische Bielefeld, 29.8.2006

Rabenschwarzer Humor

Kabarettist Carsten Dworak präsentiert sein Programm "Wie gesacht"

 

Von Hanna Irabi

 

Bielefeld.   Ein schlanker, beinahe graziler Mann betritt die Bühne. In seinem etwas altmodischen Smoking und den kurzen, gegelten Haaren wirkt er bieder, höflich und wohlerzogen. Kurz: der perfekte Schwiegersohn. Aber dieser Eindruck täuscht. Carsten Dworak aus Köln ist nicht halb so brav, wie er aussieht.

Dies zeigt sich spätestens, als er mit ungezogenen Kindern in Cafés abrechnet und Schilder mit der Aufschrift "Erweiterte kinderfreie Zone" oder "Wohlerzogene Kinder willkommen" vorschlägt und erinnert: "Kondome schützen".

Der Mann, der sein Publikum schon beim Betreten der Bühne durch ein bloßes Verziehen des Mundes zum Lachen bringt, ist – das wird schnell klar – ein Profi: Sein Programm ist abwechslungsreich und beinhaltet unter anderem Gedichte und bei Kerzenschein vorgetragene Chansons.

Es wird nie langweilig: Ob Dworak von seinem Freund Willi Klutentreter, der ihn hinter der Bühne schrecklich nervös gemacht habe, oder vom fernöstlichen Fengshui (dem zufolge bei ihm das Bett jetzt in der Küche stehe) erzählt, immer ist es seine spitzzüngige Art, die das Publikum vor Lachen beinah von den Stühlen reißt. Dworak kommentiert diese minutenlangen Lachsalven oft mit einem belustigt-tadelndem Blick,

der Teil seines bissigen Auftritts ist.

Dworak ist ein Mann der hintergründigen und treffsicheren Pointen, die er gekonnt im Minutentakt liefert. So schlüpft er nach der Pause in ein hässliches grünes Hemd und damit in die Rolle seines tollpatschigen Freundes Willi Klutentreter, der dem Publikum spontan eine zu aktuellem Anlass geschriebene Begräbnisrede vorträgt.

Diese beginnt mit den einfühlsamen Worten "Jetzt endlich ist es soweit". Zwischendurch fordert der Redner die Trauergäste dazu auf, beim Verlassen des Saales alles abzugeben – "vor allem den Löffel". Klutentreter ist ein Grobian, der keine Taktlosigkeit auslässt. Eine Rolle, die Dworak dank seines darstellerischen Talents in Gestik und Mimik perfekt beherrscht. Die Zuschauer im kleinen Saal des Movement-Theaters verlebten einen rundum gelungenen Abend in gelöster Atmosphäre. 

 

"Hinter'm Vorhang"

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"Man steckt nich' drin..!"

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